Schlosspark
Das gesamte Areal des ehemaligen Schlossparks umfasst ca. 135.000 Quadratmeter. Schon im Jahr 1617 war östlich vom Schloss ein barocker "Thaugarten" auf der Flurkarte zu finden. Später wurde der Park als englischer Landschaftsgarten angelegt.
Zu dem noch vorhandenen Baumbestand zählen einige sehr alte Eichen, Lärchen, Weymouth-Kiefern und Tulpenbäume. Dieser Park war bis Kriegsende für die vielen Rhododendren, Azaleen und griechischen Eiben (Taxus baccata) berühmt. Graf Julius von Zech-Burkersroda pflegte in den fünf Jahren bis zu seinem Tode dieses große Areal fast alleine, manchmal aber auch mit Kindern aus dem Dorf, die für die Ferienarbeit dankbar waren.
Eine Woche nachdem Graf Julius in Bautzen starb, ging einer der schönsten und größten Tulpenbäume östlich vom Schloss ein.
Der Teich wurde 1936 zum letzten Mal geschlämmt. Nach 1989 standen ausreichend Mittel dafür zur Verfügung die jedoch nicht abgerufen wurden.
Nach 1989 hat das Landratsamt nur ca. 20.000 Quadratmeter um das Schloss behalten, da der Betreiber es als Garten für das Feierabendheim benutzte. Der Rest wurde an die Gemeinde Börln übertragen.
Die Bismarck-Eiche,
gepflanzt zu Ehre Bismarcks 80-ziger
Geburtstag am 1. April 1895
Foto: Mai 2009
Die Bismarck-Eiche, Herbst 2010
Ölgemälde von Steffen Gröbner
In den 90-iger Jahren sind die Reste einer abgerissenen, historischen Brennerei, der BVVG gehörend, von ABM-Kräften unter Leitung der privaten Pächter benutzt worden, um eine ca. 9.000 Kubikmeter große Schüttdeponie im Park zu bauen. Als "Rodelberg" war sie in der Form noch nie für Wintersport geeignet. Es dient heute der privaten Vermietung für Pferdesportzwecke welches sogar die Polizei aus Dresden nutzt.
An dieser Schüttdeponie angrenzend, steht eine alte Eiche, welche den größten Durchmesser im gesamten Forstrevier Taura besitzt.
Schlosspark wird "Erholungswald"
Während der Kaufverhandlungen (2003) mit Dahlens Bürgermeister und dem heutigen Besitzer des Schlosses, Herrn Hinkel, sollte es kein Problem darstellen, auch den in städtischer Hand befindlichen Teil zu erwerben. So hätte der historische Park wieder in seinen alten Ursprung versetzt werden können.
Obwohl es in Bad Muskau bei Görlitz eben kein Problem war den
Fürst-Pückler-Park zusammen zu führen, obwohl er sich seit dem Ende des II. Weltkriegs über zwei
Staaten (Deutschland und Polen) erstreckte, war dies in Börln aber nicht möglich. Im Jahre 2004, als Herr Hinkel den gesamten Schlosspark für die Landesgartenschau 2006 mit EU-Fördermitteln restaurieren wollte, gab es einen gewaltigen Widerstand. Der stellv. Bürgermeister und seine Söhne bedrohten Bürgerinnen und Bürger mit undemokratischen Methoden (inkl. einem lebenslangen Verbot auf Nutzung der zugehörigen Gebäude) sodass aus reiner Angst, 150 Personen am 26.02.2004 im Saal am Stützpunkt Börln Protestunterlagen unterschrieben und damit einem Verkauf oder Nutzungsrecht nicht zustimmten. Herr Hinkel selbst durfte an dieser Versammlung nicht teilnehmen. Es wurden sogar zwei seiner Gärtner die schriftlich eingeladen waren, von den Söhnen des stellv. Bürgermeisters ausgesperrt. Selbst der Börlner Bäcker musste den Raum verlassen, weil er sich nach dem Grund der Abwesenheit von Herrn Hinkel erkundigte.
Herrn Hinkels Präsentation "Landesgartenschau 2006 - Schlosspark Börln" vor dem Stadtrat und den Bürgern am 20.03.2004 wurde genau so ein schöner Empfang bereitet. Ein Stadtrat sagte er wolle keinen englischen Garten (er war schon einmal in London und die Londoner Stadtparks hätten ihm nicht gefallen - es könnte sein dass ein Besuch in Wörlitz ihm viel erklären würde). Er war der fraglichen Meinung: "wir sollten einen sächsischen Park haben". Sein Vater, ein früheres Mitglied des Zentral Komitees, war der Meinung dass Herr Hinkel - "der im Dorf alles aufkaufen würde" - lieber mit dem Schlossdach anstatt mit dem Garten anfangen sollte. Auch die zuständige Mitarbeiterin im Amt für Ländliche Entwicklung in Wurzen hat leider sehr energisch gegen das Vorhaben gearbeitet, vermutlich angesteckt durch Unwahrheiten: "Nur weil ein Mann für sich ein Schloss gekauft hat, mache ich nicht mit!" sagte sie bezüglich Herrn Hinkel, auf einer öffentlichen Versammlung der "Parkträume". Erst im Jahre 2008 ist sie nicht nur diesbezüglich, da viele andere enttäuschte Schlossbesitzer auch so schlecht behandelt worden sind, (z.B. Familie v. B.: Wenn es Fördermittel gibt dann sind Sie ganz unten auf meiner Liste") aus dem Amt entlassen worden. Aber die Fördermittel sind mittlerweile weg und die LAGO 2006 ist an Börln vorbeigegangen.
Das Ende vom "Trauer"-lied war, dass der Bürgermeister den städtischen Teil des Parks an die Forstverwaltung Taura zu Bewirtschaftung übergeben hat. Mit vielen arbeitslosen Jugendlichen, die zu Beginn ohne passendes Werkzeug ausgestattet waren, wurden als erste Maßnahme alle Jasmin-Büsche und Azaleen aus dem Park entfernt. Azaleen seien, laut Aussage der Forstverwaltung, ein Allergieauslöser für manche Besucher. Obwohl die Denkmalbehörde (Dresden) in der Planung mit involviert war, aber nach Gesetz mit dem staatl. Forstverwalter nur gleichgestellt ist, konnte nichts gestoppt werden - es wurde abgeholzt. Nur einige exotische Weymouth Kiefern konnten gerettet werden, dank des Einsatzes von Herrn Hinkel. Der Forstverwalter war der Meinung "Weymouth Kiefern haben in einem sächsischen Wald nichts zu suchen". Ab diesem Zeitpunkt wurde Herr Hinkel, der nicht nur Nachbar aber auch Stadtrat ist, auf weitere "Erholungswald"-Termine einfach nicht mehr eingeladen.
Im Jahre 2008 hat die Stadt Dahlen im Auftrag des Ortsvorstehers, groben Kies anstatt Sand (aufgrund Geldmangels) auf einige Wege geschmissen, sodass es heute relativ unangenehm ist darauf zu spazieren oder mit einem Kinderwagen oder Rohlstuhl unterwegs zu sein. Sonst werden, bis auf normale Verkehrssicherungen, zurzeit keine Maßnahmen seitens der Stadt Dahlen unternommen. Die Mobbing-Aktionen gegen Herrn Hinkel werden nach wie vor geführt. Man versucht "mit systematischer Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener, wahrer, überprüfbarer und diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben" etc. (Richtlinie Nr. 1/76, Seite 47 und 48 von Mielke) Herrn Hinkel zu demotivieren. Alle zukünftigen Versuche dieser Art werden erfolglos bleiben, da die meisten Börlner mittlerweile wissen dass sie beim Protest am 26.02.2004 angelogen wurden.
Im Jahre 2010 wurden weiterhin viele wertvolle, unsersetzbare Bäume gefällt. Für 2011 sind viele schöne Bäumer mit weisses "X" schon markiert - die nächsten Opfer des Wahnsinns.
"Der Strauss"
Rosen und Epheuranken, Cyanen, Violen und Nelken,
Tulpen, Vergissmeinnicht, Lilien, Myrte, Jasmin,
Knospen und Blüthen und Moos, Schneeglöcken, Narcyssen und Malven,
Hyacinthen und ach, jegliches Kind der Natur,
Haben die Dichter geraubt! Leer steh'n Wald, Gärten und Wiesen,
Und durch entblätterte Flur irrt, o Geliebte, dein Freund,
Bricht mit blutiger Hand unfreundliche Dornen und Disteln. ---
Bricht die Liebe sie nur, werden sie eben zum Strauss !
Carl Gottlieb Hinkel
Das lange Warten
Wenigstens der private Teil des Schlossparks wird liebevoll restauriert, bzw. ein Teil davon ist schon restauriert worden. Die nächste Börlner Generation, welche in Freiheit in Sachsen aufwachsen kann und keinem Regime unterworfen ist, wird sicherlich anders als die Eltern und Großeltern entscheiden. Das Parkareal wird wieder als Gesamteinheit betrachtet, geeinigt und einen Blickfang darstellen! Nach einem strengen Winter des Kommunismus kommt mit seiner ganzen Vielfalt und Schönheit der Frühling!
Frühling am Wallgrabenufer im Mai 2009